benchmarking

Insolvenzfrühwarnindikator

„Der Insolvenzfrühwarnindikator ist eine Leitzahl, die Ihnen anzeigt wie wahrscheinlich Ihnen eine mögliche Insolvenz drohen kann. Hierbei ist +1 ein mittelmäßiger Wert und +2 bereits ein sehr guter Wert.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Definition "Insolvenzfrühwarnindikator"

Die vorliegende Analyse zur Insolvenzfrüherkennung basiert auf dem System der sogenannten multiplen Diskriminanzanalyse. Dieses Analysesystem existiert seit rund 50 Jahren (1968: Altmann) und ist auch bei Kreditinstituten weit verbreitet; allerdings teilweise in unterschiedlichen Ausprägungen.

Die hier verwendete Analyse entspricht der vereinfachten Variante. Bei dieser Methode werden die Ergebnisse von sechs speziellen Kennzahlen ermittelt und mit Gewichtungsfaktoren multipliziert. Anschließend werden alle gewichteten Ergebnisse zu einer Summe addiert. Diese Summe nennt man auch Diskriminanzfunktion und dient in diesem Fall als Insolvenzfrühwarnindikator. Mit Hilfe einer Skala kann nun abgelesen werden, ob und in welcher Ausprägung, der ermittelte Indikator eines Unternehmens auf eine Insolvenzgefährdung schließen lässt.

Die folgenden Kennzahlen und Werte aus der Bilanz und der Gewinn-und-Verlustrechnung werden zueinander in Beziehung gesetzt, gewichtet und bewertet:

 

Liquidität: Bei der Beurteilung der Liquidität des Unternehmens interessiert für den Schnelltest, ob und wie weit der erzeugte Cash-Flow geeignet ist die Verbindlichkeiten des Unternehmens zu bedienen.

Finanzierung: Die finanzielle Stabilität wird stark von der Herkunft der zur Finanzierung eingesetzten Mittel bestimmt, daher ist der Anteil der Verbindlichkeiten am Gesamtkapital zur Beurteilung der Insolvenzgefahr interessant.

Vermögen: Die dritte zur Anwendung kommende Kennzahl zeigt das Verhältnis der Vorräte zur Betriebsleistung. Sie zeigt, ob der Betrieb fürs Lager produziert oder für den Verkauf. Eine zu hohe Vorratshaltung bindet zu viel Kapital und wirkt sich somit ungünstig auf die finanzielle Stabilität des Unternehmens aus.

Gesamtkapitalrendite: Die Gesamtkapitalrendite wird berechnet als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern in Relation zum Gesamtkapital. Mithilfe dieser Kennzahl wird die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals ermittelt. Sie gibt an, wie effizient ein Unternehmen das zur Verfügung stehende Kapital eingesetzt hat.

Umsatzrentabilität: Die Ertragskraft des Unternehmens wird für die multiple Diskriminanzanalyse unter anderem mithilfe der Umsatzrentabilität 2 gemessen. Diese Kennzahl zeigt auf, welche Umsatzrendite aufgrund der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt wurde, ermöglicht also eine Aussage über die Gewinnsituation des Unternehmens.

Kapitalumschlag: Ein weiterer Faktor bei der Beurteilung der Ertragslage des Unternehmens ist der Kapitalumschlag. Diese Kennzahl misst, wie häufig das eingesetzte Kapital durch die Betriebsleistung umgeschlagen wurde. Je höher der Kapitalumschlag ist, umso höher ist die potenzielle Rentabilität des Gesamtkapitals, bzw. umso weniger Kapitaleinsatz ist für eine bestimmte Rendite erforderlich.

 

Je höher der Wert, desto besser. Der Trennwert ist null. Ab +1 kann ein Unternehmen als mittelmäßig, ab +2 als sehr gut klassifiziert werden. Ist der Wert negativ, dann ist das Unternehmen als (insolvenz-)gefährdet einzustufen.

Regelmäßig angewandt hilft der Schnelltest Probleme rechtzeitig zu erkennen und frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Sie sind noch kein Kunde von CANEI.quick?
Dann tragen Sie sich jetzt mit Ihrer E-Mail-Adresse ein und Sie erhalten zeitnah einen Registrierungslink.

CANEI Quick Zugang